Wie künstliche Intelligenz schon heute nutzbar ist

By November 10, 2019December 1st, 2019the next big thing

Das Künstliche Intelligenz (im Englischen Artificial Intelligence, oder kurz A.I.) ausschlaggebend für die Wettbewerbsfähigkeit (deutscher) Unternehmen sein wird, ist nichts Neues. So forschen große Unternehmen wie Google, Microsoft, Amazon und IBM schon seit Jahren an intelligenten Algorithmen, um Prozesse in der Industrie aber auch beim Endkunden zu automatisieren und Entscheidungsstrukturen des Menschen nachzubilden. Diese werden dann beispielsweise in autonomen Fahrzeugen, Chatbots im Kundenservice[1], Systemen zur Planung von Wartungsarbeiten[2], und Diagnostiken in der Medizin[3] eingesetzt. Die Algorithmen eines K.I. werden dabei mit hinreichend vieler, auf den Anwendungsfall angepasster Daten gefüttert, um davon zu lernen und intelligentes Verhalten nachzuahmen.

Doch trotz der vielen Möglichkeiten, Unternehmensprozesse mit Hilfe von K.I. effizienter zu gestalten und die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern, haben wir in Deutschland Thema K.I. noch Aufholbedarf: Laut einer Studie von PwC hatten Ende 2018 nur 6% der befragten deutschen Unternehmer, K.I. in ihrem Unternehmen genutzt oder implementiert.[4] Neben großer Unsicherheit bezüglich Sicherheit und Transparenz, trägt aber auch der damit verbundene Aufwand für die niedrigen Werte in Deutschland bei.[5] Software, Hardware, K.I. Spezialisten und Datenwissenschaftler (eng. Data Scientists) sind notwendig und bedeuten hohe Investitionen für Unternehmen, die einsteigen wollen.

Um K.I. trotzdem jedem zugänglich zu machen, bieten Unternehmen wie z.B. Salesforce, K.I. als Service auf ihrer Online-Plattform an. Auf diese Weise wird Unternehmen Zugang zu hochentwickelten K.I.s und der dafür notwendigen Spezialhardware für einen vergleichbar geringen Aufwand gewährt. Dabei wählen Entwickler die K.I.-Komponenten auf der Plattform aus, laden die Daten in die Cloud und der K.I. des Anbieters berechnet die Ergebnisse auf deren externen Servern. Die Ergebnisse stehen dann über verschiedene Schnittstellen zum Download zur Verfügung. Das Ganze nennt sich A.I. PaaS, oder auch Artificial Intelligence Platform-as-a-Service. So kann der Entwickler z.B. gezielte Dienste des K.I. nutzen, ohne die notwendige Rechenleistung vor Ort zu haben. Dienste, die angeboten werden, sind normalerweise Spracherkennung und natürliche Sprachverarbeitung, Bilderkennungssoftware, Vorhersage-analysen und maschinelles Lernen. Auf diese Art schafft es beispielsweise Einstein von Salesforce, Anforderungen aus gesprochenen Anfragen zu erkennen und die Ergebnisse an die angebundene CRM-Cloud-Lösung zu liefern.[6] Ein weiteres Beispiel ist Watson von IBM, welcher anhand von Daten, Zahlen und Analysen vorhersagen kann und auf Kunden zugeschnittene Ergebnisse liefert. Weitere bekannte Angebote in diesem Bereich sind von Oracle, Microsoft, Google, Amazon und Infosys.

Unserer Meinung nach ist der Wandel zu intelligenten Systemen in vielen Bereichen sinnvoll und wichtig, welcher durch Plattformen wie oben beschrieben, vereinfacht und Unternehmen jeder Größe zur Verfügung gestellt wird. Es sollte aber vorher gründlich getestet werden, wie und wo die Technologie profitabel eingesetzt werden kann. Und zwar erfordern komplexe Probleme meist eine Kombination aus verschiedenen K.I. Diensten (wie z.B. bei autonomen Fahrzeugen), sowie fundierte Kenntnisse über den spezifischen Anwendungsfall. Dabei sind die Menge und Qualität der Daten, als auch die Abfolge der komplementären Dienste essentiell wichtig. Der hierbei entstehende Aufwand, vor allem in der Datenverwaltung, kann somit schnell ansteigen und sollte nicht unterschätzt werden. Um dennoch eine hohe Qualität der Ergebnisse garantieren zu können, ist also ein Expertenteam erforderlich. Denn selbst die beste K.I. ist nur so gut, wie die Daten die es bekommt.

[1] https://www.zendesk.de/chat/chatbot/
[2] https://www.konux.com/de/
[3] https://www.welt.de/wirtschaft/bilanz/article189418949/Dr-Algorithmus-Kuenstliche-Intelligenz-in-der-Medizin.html
[4] https://www.pwc.de/de/digitale-transformation/kuenstliche-intelligenz/studie-kuenstliche-intelligenz-in-unternehmen.pdf
[5] https://www.computerwoche.de/a/ai-services-und-machine-learning-aus-der-cloud,3330177
[6] https://tdwi.org/articles/2017/06/29/ai-as-platform-as-a-service.aspx